Ein Rückblick. Zum viel zu kurzfristig geplanten, etwas chaotischen aber inzwischen sehr legendären „ersten Mal" im Dezember 2006 strömten insgesamt knapp 700 feierwütige Seelen. Das Yeah Yeah Festival öffnete die Tore ganz unspektakulär – zur Plattenparty. Zerbrochenes Glas, zerstörte Elektronik, verkotzte Klos…viele fanden das, was sie seit langem suchten, andere kamen zum Heimaturlaub auf höchstem Niveau. Es ward gefunden: das berühmte Provinzventil.
Drei weitere, erstaunlich gut besuchte Veranstaltungen gleicher Art folgten, ehe im Dezember 2009 zum ersten Mal mit Musikkapellen experimentiert wurde. Die Trashmonkeys aus Bremen und The Blue Van aus Kopenhagen an der Lineup-Spitze gaben die stilistische Marschrichtung vor und ließen vom Start weg keine Zweifel an gutem Geschmack und großem Geschick am Verhandlungstisch aufkommen. Nicht mehr, nicht weniger!
Zweitausendzehn dann der nächste Schritt. Gemeinsam mit den Jungs vom Kein Bock Auf Nazis Festival wurde auf Burg Lichtenberg nahe Kusel ein zweitägiges Open Air Festival organisiert. In der Tradition vorangegangener Veranstaltungen fanden die beiden Festivals jeweils eintägig unter dem Namen Wunderlicht Festival statt. Es war an der Zeit sich zu positionieren und ein eindeutiges Statement mit klarer politischer Botschaft zu setzen. Das Yeah Yeah Festival erhebt seine Stimme gegen Rassismus und Faschismus für eine Kultur der Vielfalt und der Solidarität untereinander. Bei schönstem Sommerwetter tanzten und feierten hunderte Besucher zu den Klängen solch toller Bands wie The Robocop Kraus, Johann van der Smut, Bromheads, The Beth Edges, Walter Elf, Juri Gagarin und vielen anderen.
Es folgte Ausgabe Nummer 7 im Dezember 2010. Skandalträchtigerweise mischte sich am Veranstaltungtag Frau Holle ein und trat den bereits ausgehandelten Plan zwischen Musikgott und Festival durch tonnenweise Neuschnee mit Füßen. Aber siehe da, auch übernatürliches konnte das meterdicke Band zwischen Veranstaltern und Fangemeinde nicht durchtrennen. The Rumours, Little Lion Men, Autohype und viele andere bespielten eine weitere denkwürdige Festivalnacht.
Dann kam 2011. Dann kamen The Horrors. Und verdammt nochmal da sind wir echt stolz drauf. Ein großer Abend mit großartigem Publikum und großartigen Bands. The Dandies, Golden Reef, Pretty Riddles, Francis International Airport – wir haben zu danken!!
2012. Bis hierher und nicht weiter! Wir hatten eine großartige Zeit und blicken zurück auf sechs Jahre unseres Lebens die mit wunderbaren Erinnerungen gepflastert sind. Unvergessliche Konzerte, exzessive, ausschweifende Partys, glückliche Besucher und stets positives Feedback. Und war der Weg hin zur Nacht des Jahres auch oft beschwerlich, so konnten wir uns wenn es darauf ankam doch immer auf euch verlassen…gemeinsam durchtanzten wir die Täler und übersprangen die Berge.
Nun haben wir uns dazu entschieden die Korken (nur) noch ein letztes Mal knallen zu lassen. Eine Entscheidung die uns weiß Gott nicht leicht gefallen ist. Aber wer sich musikalisch und stilistisch treu bleiben will, muss sich das heutzutage teuer erkaufen. Was es braucht ist eine große Portion Idealismus und Durchhaltevermögen. Und wer sich nicht mehr in der Lage fühlt die Hingabe und die Zeit, die es dafür braucht ausreichend in die Waagschale werfen zu können, der kann sich am Ende mit dem eigenen „Produkt“ nicht mehr zu 100% identifizieren. Eine Situation die wir ums Verrecken vermeiden wollen. Wir hoffen ihr versteht das.
Und wer weiß, vielleicht gibt es eines schönen Tages wieder eine Gruppe musikbegeisterter Jugendlicher die aus dem Schatten der Musikveranstalter ihrer Region treten möchten um mit einer eigenen Veranstaltung musikalisch alternative Pfade einzuschlagen.
Es bleibt uns zu danken. Allen freiwilligen Helfern die uns über die Jahre stets zuverlässig unterstützt haben, allen Besuchern die dem Wetter, den weiten Anfahrtswegen und der provinzialistischen Infrastruktur trotzten und sich die Seele aus dem Leib feierten und allen Bands die die pfälzische Provinz teils mit Skepsis betraten und doch begeistert wieder verließen – thumbs up to all you dirty rock ’n‘ rollers!!
Lasst es uns würdig zu Grabe tragen! Wir sehen uns im November…
Euer Yeah Yeah Festival-Team
