Yeah Yeah Festival

 

„Anfangen im Kleinen, Ausharren in Schwierigkeiten, Streben zum Großen." Die Musikindustrie ist ein gigantisches Haifischbecken das viele kreative Ideen und die naiven Menschen dahinter zerfleischt und unverdaut wieder ausspuckt. Dabei ist es weniger ein Mangel an Erfahrung als vielmehr Größenwahn der die meisten Festivals zum Marketing-Objekt verkommen lässt. Die Illusion des „next big (Festival) thing" erdrückt die Kreativität und nimmt der Eigendynamik den Wind aus den Segeln.

 

Gefahren denen die Macher des Yeah Yeah Festival eher gelassen entgegensehen.

 

Zum viel zu kurzfristig geplanten, etwas chaotischen aber inzwischen sehr legendären „ersten Mal" im Dezember 2006 strömten insgesamt knapp 700 feierwütige Seelen. Das Yeah Yeah Festival öffnete seine Pforten ganz unspektakulär - zur Plattenparty. Zerbrochenes Glas, zerstörte Elektronik, verkotzte Klos! Viele fanden das, was sie seit langem suchten, andere kamen zum Heimaturlaub auf höchstem Niveau. So ziemlich alle fanden: das berühmte Provinzventil.

 

Drei weitere, erstaunlich gut besuchte Veranstaltungen gleicher Art folgten, ehe im Dezember 2009 zum ersten Mal mit Musikkapellen experimentiert wurde. Mit den Trashmonkeys aus Bremen und The Blue Van aus Kopenhagen an der Lineup-Spitze, bewiesen die Veranstalter schon beim ersten Anlauf besten Geschmack und großes Geschick am Verhandlungstisch. Nicht mehr, nicht weniger!

 

Würde man dem Yeah Yeah Festival ein Motto unterstellen, so käme wohl am ehesten das altehrwürdige „it's only rock ‘n‘ roll" in Betracht. Es geht schließlich um die Musik. Und ob die neueste Musikplattform das Ganze per Livestream ins Netz stellt? Wen interessiert's? Ganz unprätentiös gibt es nur ein erklärtes Ziel. Ein Mal im Jahr sollen die Korken knallen. Aber nicht um jeden Preis.

 

Denn neben dem Streben nach Profit gibt es viele sinnvollere Dinge für die es sich einzusetzen lohnt, seine Stimme zu erheben und ein klares Zeichen zu setzen - und das völlig kostenlos.


Dem Angebot auf eine Zusammenarbeit inklusive einer gemeinsamen Veranstaltung im Sommer 2010 seitens der Macher des Kein Bock Auf Nazis Festival, folgte keine Woche später die einstimmige Zusage. Denn Musik hat die Kraft den Menschen zum Nach-/Umdenken zu bewegen. Auch das Yeah Yeah Festival erhebt seine Stimme gegen Rassismus und Faschismus für eine Kultur der Vielfalt und der Solidarität untereinander.